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Interview mit Sven Stratenwerth

Anlässlich des Fachforums „Deutscher Umwelt-Kongress“ wurde mit Sven Stratenwerth, Leiter Wartung & Service bei Göhler Anlagentechnik, ein Interview geführt, das es sich zu lesen lohnt:

 

Die Novellierung der Betriebssicherheits- und der Gefahrstoffverordnung fordert mehr Verantwortung von den Anlagenbetreibern.

Wir fragen Sven Stratenwerth, Leiter Wartung & Service bei Göhler Anlagentechnik und Forumsleiter beim Deutschen Umweltkongress, worin dieses Mehr an Verantwortung liegt. Und wir wollen wissen, wie es um die Dokumentation von Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten im Zusammenhang mit Betreiberpflichten in der Betriebsrealität steht.

 

Stichwort Novellen der Betriebssicherheits- und der Gefahrstoffverordnung und  Änderungen für Betreiber von prüfpflichtigen Anlagen. In welchen Punkten ist die Verantwortung bei den Anlagenbetreibern denn konkret gestiegen?

Zum einen werden die bestehenden Dokumente redaktionell überarbeitet werden müssen, da etliche Verweise auf Paragraphen nicht mehr passen. Zum anderen sind aber auch die bestehenden Anforderungen hinsichtlich der Dokumentation nochmals angehoben worden. Ein Beispiel, das durch die Überführung von Teilen des Explosionsschutzes aus der Betriebssicherheitsverordnung in die Gefahrstoffverordnung entstanden ist. War bis dato ein Explosionsschutzdokument als Gefährdungsbeurteilung ausreichend, müssen die Betreiber nun ihr Explosionsschutzkonzept nach der Gefahrstoffverordnung darin integrieren. Ebenso wurden die Vorgaben zur Verlängerung von ZÜS-Prüffristen geändert. Die Betreiber müssen nun ein Instandhaltungskonzept vorlegen, in dem sie ihre geplanten Prüfungen und Instandsetzungen festhalten und nachverfolgen.

 

Wir wissen, Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten im Kontext von Betreiberpflichten müssen sauber dokumentiert sein. Nicht zuletzt weil´s auch immer um Haftung geht. Aus ihrer Erfahrung – wie sieht denn die Realität in den Unternehmen aus?

Mittlerweile hat der Großteil der Unternehmen die Dokumentationsanforderungen der ersten Version der BetrSichV erfüllt. Es gibt natürlich aber immer noch Firmen, die in diesem Punkt eine etwas laxere Haltung zeigen. Wenn die Unternehmen aber mit dem Thema „Organisationsverschulden“ konfrontiert werden, dann wird doch noch das eine oder andere Fragezeichen generiert. Es bleibt zu hoffen, dass die aktuellen Novellen der BetrSichV und der GefStoffV diesmal keine so lange Übergangszeit bei der Umsetzung in den Firmen nach sich ziehen, wie das bei der Urversion der BetrSichV der Fall gewesen ist.

 

Seit inzwischen sieben Jahren moderieren Sie Fachtagungen und Kongresse bei WEKA zum Thema Umwelt und Anlagensicherheit. Sehen Sie auch für die Zukunft die Notwendigkeit für Veranstaltungen dieser Art?

Anders als noch in unserer Schulzeit stehen wir im Prinzip ständig vor den gleichen Fragen, müssen aber kontinuierlich neue Antworten für diese finden. Da ist es unerlässlich sich stets auf dem aktuellen Stand der Regelwerke sowie der technischen Standards zu halten. Der Deutsche Umwelt-Kongress hat für mich persönlich hierbei eine absolute Ausnahmestellung, da er fünf Fachtagungen rund um das Thema „Gefahrstoffe“ in sich vereint und somit den Teilnehmern und Teilnehmerinnen ein beispiellos großes Themenangebot bietet.

 

Der Deutsche Umwelt-Kongress findet am 22. – 23. September 2016 in Bad Nauheim statt. Sven Stratenwerth ist Ihr Forumsleiter Forum 4: Gewässerschutz & Anlagen.

Das vollständige Interview sowie nähere Informationen zum Kongress und den Fachvorträgen finden Sie auf der Website des Deutschen Umwelt Kongresses.